Peppol in Zahlen: Das globale E-Rechnungsnetzwerk und B2Brouter in Deutschland

Zuletzt aktualisiert: 28 de September de 2026

Die elektronische Rechnungsstellung entwickelt sich international immer stärker hin zu einem offenen, interoperablen und standardisierten Modell. Im Zentrum dieser Entwicklung steht Peppol: ein Netzwerk, über das Unternehmen und öffentliche Stellen elektronische Rechnungen und andere Geschäftsdokumente unabhängig von ihrer Software oder ihrem Standort austauschen können. Für Deutschland gewinnt diese Infrastruktur mit der schrittweisen Einführung der verpflichtenden E-Rechnung im B2B-Bereich zunehmend an Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

    1. Peppol in Zahlen: die Entwicklung eines globalen Netzwerks
    2. 7,6 Millionen Teilnehmer in 115 Ländern
    3. B2Brouter im Peppol-Netzwerk: 35.409 Teilnehmer in 59 Ländern
    4. B2Brouter unter den führenden Access Points in Deutschland
    5. Warum internationale Abdeckung wichtiger ist als reines Volumen
    6. Wie Peppol funktioniert: das Vier-Ecken-Modell
    7. Peppol im deutschen E-Rechnungsumfeld
    8. XRechnung, ZUGFeRD und Peppol: unterschiedliche Funktionen
    9. Entwickler und ERP-Anbieter: eine Integration für mehrere Märkte
    10. Auf dem Weg zu einer grenzüberschreitenden E-Rechnungsinfrastruktur

Peppol in Zahlen: die Entwicklung eines globalen Netzwerks

Peppol (Pan-European Public Procurement Online) wird von OpenPeppol verwaltet und entstand ursprünglich, um die grenzüberschreitende elektronische Beschaffung in Europa zu vereinfachen.

Heute ist Peppol eine internationale Infrastruktur für den strukturierten Austausch von Geschäftsdokumenten wie Rechnungen, Bestellungen, Lieferscheinen und Statusmeldungen.

Das Wachstum des Netzwerks zeigt, wie stark sich die elektronische Rechnungsstellung von geschlossenen Systemen und individuellen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hin zu interoperablen Netzwerken entwickelt.

Peppol in Zahlen

Datenstand: 21. September 2026

Globale Daten des Peppol-Netzwerks

  • Mehr als 7,6 Millionen aktive Teilnehmer weltweit.
  • 115 Länder mit registrierten Organisationen und technischen Empfangsmöglichkeiten.

B2Brouter innerhalb des Peppol-Netzwerks

  • 35.409 Teilnehmer werden über den Peppol Access Point von B2Brouter verwaltet.
  • Unternehmen und Organisationen aus 59 Ländern sind über B2Brouter angebunden.
  • B2Brouter belegt in Deutschland Platz 5 unter den Access Points nach Anzahl der Teilnehmer.
  • In Spanien liegt B2Brouter nach Teilnehmerzahl auf Platz 2.

Hinweis: Die Daten basieren auf der Analyse öffentlich verfügbarer Peppol-Verzeichnisse und beziehen sich auf den Stand vom 21. September 2026. Die Teilnehmerzahlen können sich durch neue Registrierungen oder Abmeldungen laufend verändern.

7,6 Millionen Teilnehmer in 115 Ländern

Mit mehr als 7,6 Millionen registrierten Organisationen gehört Peppol heute zu den wichtigsten offenen Infrastrukturen für den elektronischen Austausch von B2B- und B2G-Dokumenten.

Die Verteilung ist jedoch nicht gleichmäßig. Länder, die früh verpflichtende E-Rechnungsmodelle eingeführt oder vorbereitet haben, weisen besonders hohe Teilnehmerzahlen auf.

Frankreich und Belgien stellen einen erheblichen Anteil der registrierten Organisationen. Gleichzeitig wächst das Netzwerk in vielen weiteren Märkten wie Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Norwegen, Italien und Spanien.

Auch außerhalb Europas ist Peppol inzwischen etabliert, unter anderem in Singapur, Australien, Neuseeland, Japan und Malaysia.

Für deutsche Unternehmen mit internationalem Geschäft ist diese Entwicklung besonders relevant: Eine gemeinsame Infrastruktur kann die Verbindung mit Kunden und Lieferanten in vielen Ländern ermöglichen, ohne für jeden Markt eine vollständig separate technische Anbindung aufzubauen.

B2Brouter im Peppol-Netzwerk: 35.409 Teilnehmer in 59 Ländern

Für die Teilnahme am Peppol-Netzwerk verbinden sich Unternehmen über einen zertifizierten Peppol Access Point. Dieser übernimmt unter anderem die Validierung, Adressierung und sichere Übertragung elektronischer Geschäftsdokumente.

Zum 21. September 2026 verwaltet B2Brouter 35.409 aktive Peppol-Teilnehmer in 59 Ländern.

Neben der absoluten Teilnehmerzahl ist vor allem die geografische Verteilung relevant. Im für diesen Artikel analysierten Datensatz weist B2Brouter mit 59 Ländern die größte geografische Streuung unter den untersuchten Access Points auf.

Zu den wichtigsten Märkten gehören Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, die Niederlande und Schweden sowie weitere Länder außerhalb Europas.

Diese internationale Verteilung spiegelt insbesondere die Anforderungen von multinationalen Unternehmen, Exporteuren und Softwareanbietern wider, die ihre E-Rechnungsprozesse über eine zentrale Infrastruktur in mehreren Märkten abbilden möchten.

B2Brouter unter den führenden Access Points in Deutschland

Deutschland gehört zu den europäischen Märkten mit einem besonders vielfältigen technischen E-Rechnungsumfeld.

Unternehmen müssen verschiedene Standards und Anwendungsszenarien berücksichtigen:

  • XRechnung als strukturierter Rechnungsstandard, insbesondere im B2G-Umfeld.
  • ZUGFeRD als hybrides Rechnungsformat mit PDF-Darstellung und eingebetteten strukturierten Daten.
  • Peppol BIS für den interoperablen Austausch elektronischer Dokumente über das Peppol-Netzwerk.
  • Spezifische Adressierungsmechanismen wie die Leitweg-ID für bestimmte Rechnungen an öffentliche Auftraggeber.

Innerhalb dieses Marktes verwaltet B2Brouter 892 Peppol-Teilnehmer in Deutschland. Das entspricht etwa 6,9 % der im analysierten Datensatz klassifizierten Teilnehmer.

Damit liegt B2Brouter in Deutschland auf Platz 5 der Peppol Access Points nach Anzahl der Teilnehmer im analysierten Datensatz.

Diese Position ist besonders relevant in einem Markt, in dem Unternehmen, ERP-Anbieter und Softwareentwickler sowohl nationale Anforderungen als auch internationale E-Rechnungsszenarien abdecken müssen.

Warum internationale Abdeckung wichtiger ist als reines Volumen

Die Gesamtzahl der Teilnehmer zeigt nur einen Teil der Leistungsfähigkeit eines E-Rechnungsanbieters.

Ein Access Point kann aufgrund einer lokalen gesetzlichen Verpflichtung sehr hohe Teilnehmerzahlen in einem einzelnen Land erreichen. Für ein deutsches Unternehmen mit Kunden in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien oder außerhalb Europas ist jedoch vor allem entscheidend, wie gut unterschiedliche Märkte technisch abgedeckt werden können.

Die eigentliche Komplexität entsteht durch:

  • unterschiedliche elektronische Rechnungsformate;
  • nationale Geschäfts- und Validierungsregeln;
  • verschiedene Adressierungssysteme;
  • öffentliche und private Übertragungsnetze;
  • länderspezifische Steueranforderungen;
  • und laufende regulatorische Änderungen.

Mit Teilnehmern in 59 Ländern bündelt B2Brouter unterschiedliche E-Rechnungsszenarien innerhalb einer gemeinsamen technischen Infrastruktur.

Für international tätige Unternehmen ist nicht nur entscheidend, wie viele Teilnehmer ein Netzwerk hat, sondern wie viele Märkte sich über dieselbe technische Integration erreichen lassen.

Wie Peppol funktioniert: das Vier-Ecken-Modell

Peppol basiert auf dem sogenannten Vier-Ecken-Modell (4-corner model).

Anstatt für jede Geschäftsbeziehung eine direkte technische Verbindung zwischen Sender und Empfänger aufzubauen, kommunizieren beide Parteien über ihre jeweiligen Access Points.

C1 · Sender
Unternehmen / ERP
→ C2 · Access Point des Senders
B2Brouter
→ C3 · Access Point des Empfängers
Dienstleister des Kunden
→ C4 · Empfänger
Kunde / Behörde
  • C1 – Sender: erstellt die Rechnung im ERP- oder Abrechnungssystem.
  • C2 – Access Point des Senders: validiert und überträgt das Dokument über das Peppol-Netzwerk.
  • C3 – Access Point des Empfängers: empfängt das Dokument und stellt es dem Kunden bereit.
  • C4 – Empfänger: verarbeitet die Rechnung im eigenen System.

Der entscheidende Vorteil: Sender und Empfänger müssen nicht denselben Dienstleister nutzen.

Ein deutsches Unternehmen kann beispielsweise B2Brouter verwenden, während sein Geschäftspartner mit einem anderen zertifizierten Peppol Access Point arbeitet. Die Peppol-Infrastruktur stellt die Interoperabilität zwischen beiden sicher.

Dynamische Adressierung: SML, SMP und Peppol Directory

Damit ein Dokument seinen Empfänger automatisch erreicht, nutzt Peppol verschiedene Discovery-Mechanismen:

  1. SML (Service Metadata Locator): ermittelt, welcher Metadatenservice für den Empfänger zuständig ist.
  2. SMP (Service Metadata Publisher): veröffentlicht die technischen Fähigkeiten des Empfängers, beispielsweise unterstützte Dokumenttypen, Formate und den zuständigen Access Point.
  3. Peppol Directory: ermöglicht die öffentliche Suche nach Organisationen, die im Netzwerk registriert sind.

Dieses Modell reduziert die Notwendigkeit, direkte bilaterale Verbindungen zwischen einzelnen Unternehmen aufzubauen, und ermöglicht die Skalierung des Netzwerks.

Peppol im deutschen E-Rechnungsumfeld

Die Einführung der verpflichtenden E-Rechnung im deutschen B2B-Bereich verändert die technischen Anforderungen an Unternehmen und Softwareanbieter grundlegend.

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen grundsätzlich in der Lage sein, elektronische Rechnungen in den gesetzlich vorgesehenen strukturierten Formaten zu empfangen.

Die verpflichtende Ausstellung wird schrittweise eingeführt:

  • ab dem 1. Januar 2027 für Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro;
  • ab dem 1. Januar 2028 grundsätzlich auch für die übrigen betroffenen Unternehmen.

Damit wird E-Invoicing für deutsche Unternehmen zunehmend zu einer dauerhaften Infrastrukturfrage und nicht nur zu einem einzelnen Compliance-Projekt.

Für international tätige Unternehmen stellt sich deshalb die Frage, wie nationale Anforderungen mit grenzüberschreitenden Rechnungsprozessen verbunden werden können.

Peppol kann dabei Teil einer internationalen E-Rechnungsstrategie sein, da das Netzwerk eine standardisierte Verbindung zu Unternehmen und Behörden in zahlreichen Märkten ermöglicht.

XRechnung, ZUGFeRD und Peppol: unterschiedliche Funktionen

Im deutschen Markt ist es wichtig, zwischen Rechnungsformat und Übertragungsnetzwerk zu unterscheiden.

XRechnung und ZUGFeRD beschreiben, wie Rechnungsdaten strukturiert werden.

Peppol dagegen stellt eine Infrastruktur bereit, über die strukturierte Geschäftsdokumente zwischen Sender und Empfänger übertragen werden können.

Eine Rechnung kann also die für Deutschland erforderlichen strukturierten Daten enthalten und gleichzeitig über Peppol übertragen werden, sofern das jeweilige Anwendungsszenario und der Empfänger dies unterstützen.

Das Format beantwortet die Frage „Wie ist die Rechnung aufgebaut?“. Peppol beantwortet die Frage „Wie gelangt das strukturierte Dokument sicher und interoperabel zum Empfänger?“.

Für ERP- und Softwareanbieter ist diese Unterscheidung entscheidend: Es reicht nicht aus, nur das richtige XML zu erzeugen. Auch Validierung, Adressierung, Übertragung und Statusverarbeitung müssen berücksichtigt werden.

Entwickler und ERP-Anbieter: eine Integration für mehrere Märkte

Für Softwareentwickler, SaaS-Anbieter und Unternehmen mit ERP-Systemen wie SAP, Microsoft Dynamics 365, Sage oder Odoo kann die Entwicklung separater E-Rechnungsschnittstellen für jedes einzelne Land schnell zu einem Skalierungsproblem werden.

Allein in Deutschland müssen verschiedene Formate und Szenarien berücksichtigt werden. Gleichzeitig entstehen in Frankreich, Spanien, Italien, Polen und vielen weiteren Märkten neue regulatorische Anforderungen.

Über eine Peppol API und eine zentrale Interoperabilitätsschicht kann ein ERP einen Großteil dieser Komplexität aus der eigenen Produktlogik auslagern.

Eine technische Abstraktionsschicht für E-Invoicing

  • Formatkonvertierung: Rechnungsdaten werden in das vom Empfänger benötigte Format umgewandelt, beispielsweise Peppol BIS, UBL, CII, Facturae oder XRechnung.
  • Automatisches Routing: B2Brouter ermittelt abhängig vom Empfänger den geeigneten Übertragungskanal.
  • Validierung: technische Prüfungen können vor der Übertragung durchgeführt werden.
  • Statusverarbeitung: Rückmeldungen unterschiedlicher Netzwerke und Plattformen können zentral an das ERP zurückgegeben werden.
  • Sandbox: Entwicklungsteams können Integrationen testen, bevor sie produktiv eingesetzt werden.

Weitere Informationen zur technischen Integration finden Entwickler in der B2Brouter API-Dokumentation.

Auf dem Weg zu einer grenzüberschreitenden E-Rechnungsinfrastruktur

Die Zahlen des Peppol-Netzwerks zeigen eine klare Entwicklung: Der elektronische Austausch von Rechnungen und Geschäftsdokumenten bewegt sich hin zu interoperablen Infrastrukturen, über die Unternehmen unabhängig von Software und Standort miteinander kommunizieren können.

Mehr als 7,6 Millionen Teilnehmer in 115 Ländern verdeutlichen die internationale Dimension, die Peppol bereits erreicht hat.

Innerhalb dieses Netzwerks zeigen die 35.409 Teilnehmer in 59 Ländern, die über den Access Point von B2Brouter angebunden sind, eine besonders internationale Verteilung.

Für deutsche Unternehmen wird diese Dimension mit den nächsten Phasen der E-Rechnungspflicht zunehmend relevant.

Die Herausforderung besteht nicht nur darin, XRechnung oder ZUGFeRD erzeugen zu können. International tätige Unternehmen benötigen eine Infrastruktur, die mit unterschiedlichen Formaten, Netzwerken und regulatorischen Anforderungen umgehen kann.

Für ERP-Anbieter, Buchhaltungssoftware und SaaS-Plattformen gilt dasselbe: Das Ziel sollte nicht sein, für jedes Land eine neue Integration aufzubauen, sondern eine technische Grundlage zu schaffen, die sich auf mehrere Märkte erweitern lässt.

B2Brouter ist ein zertifizierter Peppol Access Point und unterstützt Unternehmen und Softwareanbieter dabei, elektronische Rechnungsprozesse in Deutschland und international über eine zentrale Infrastruktur abzubilden.

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